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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

The Fateful Year of 1923 in the History of the Anthroposophical Society
GA 259

19 January 1923, Dornach

Translated by Steiner Online Library

Admonishment after the Evening Lecture

Today I have heard 1Upon returning from the first negotiations in Stuttgart. that anthroposophists are carrying around all kinds of superfluous anecdotes, which, I might say, are being stirred up perhaps by this or that feeling about our great misfortune, the catastrophe of the Goetheanum. But as much as I dislike doing so, I would like to take this opportunity to point out that membership of the Anthroposophical Society imposes certain obligations, above all the obligation not to provide a target by spreading such rumors. 2Rudolf Steiner was surely objecting to rumors being spread about the arsonist or arsonists.

I must emphasize, because it is for the sake of the matter, not for the sake of the personal, that all the things that are done in this way by the members fall back on me and thus on the matter of the anthroposophical movement.

We must exercise the utmost restraint in making accusations and, as Anthroposophists, we should really be able to develop such seriousness that we do not even do so in anecdotal form. For you can see from what you can find in the “Basler Nachrichten” today what terrible things we are involved in and what attacks we are exposed to.

Of course, these things are the most unjustified attacks imaginable; but on the other hand, may I ask that, little by little, each individual member of the Anthroposophical Society practice the seriousness that is required there, and not tell all sorts of anecdotes that are then exploited by opponents. And the blame is usually laid at my door.

I am always reluctant to preach morals in this way, but it is necessary from time to time. As I said, I have heard again today that such anecdotes have been spoken by anthroposophists. I would ask you, for the sake of the matter, for the sake of the holy matter, not to apologize for this seriousness and to carry around all kinds of anecdotes. Leave that to other people! In a certain way, being a member of the Anthroposophical Society obliges.

Anschließend an den Abendvortrag

Dornach, Freitag, 19. Januar 1923

Ich habe heute vernommen,1Bei der Rückkehr von den ersten Stuttgarter Verhandlungen. daß allerlei im Munde von Anthroposophen überflüssige Anekdoten herumgetragen werden, die, ich möchte sagen, aufgestachelt werden vielleicht durch die oder jene Empfindung gegenüber unserem großen Unglücke, mit der Katastrophe des Goetheanum. Aber so ungern ich ja so etwas tue, möchte ich auch wiederum bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam machen, daß die Mitgliedschaft zur Anthroposophischen Gesellschaft gewisse Verpflichtungen auferlegt, vor allen Dingen die Verpflichtung, nicht Angriffspunkt zu geben dadurch, daß wir solche Anekdoten herumtragen.2Rudolf Steiner wendete sich hier sicherlich gegen herumgetragene Vermutungen über den oder die Brandstifter.

Ich muß dabei schon betonen, weil es um der Sache willen, nicht um des Persönlichen willen ist, daß ja alle diejenigen Dinge, die in dieser Weise von den Mitgliedern verübt werden, auf mich zurückfallen und damit auf die Sache der anthroposophischen Bewegung.

Wir haben die allergrößte Zurückhaltung notwendig im Anschuldigen und sollten als Anthroposophen wirklich schon den Ernst entwikkeln können, daß wir das nicht einmal in anekdotenhafter Form tun. Denn in welchen schlimmen Dingen wir drinnen stehen und welchen Angriffen wir ausgesetzt sind, das können Sie sich ja überzeugen aus dem, was Sie heute wiederum in den «Basler Nachrichten» finden können.

Gewiß, diese Dinge sind die denkbar unberechtigsten Angriffe; aber auf der anderen Seite darf ich doch wohl bitten, daß nach und nach jener Ernst, der da sein muß in der Anthroposophischen Gesellschaft, von jedem einzelnen Mitgliede geübt werde und nicht jetzt ausgesprochen werden alle möglichen Anekdoten, die dann von den Gegnern ausgenützt werden. Und die Ausnützung wird ja dann gewöhnlich gerade auf mich abgeladen.

Ich tue es immer ungern, in dieser Weise Moral zu predigen, aber es ist von Zeit zu Zeit notwendig. Wie gesagt, ich habe heute wieder vernommen, daß solche Anekdoten auch von dem Munde von Anthroposophen ausgesprochen worden sind. Ich möchte Sie bitten, um der Sache, um der heiligen Sache willen, sich nicht dieses Ernstes zu entschuldigen und allerlei Anekdoten herumzutragen. Das überlassen Sie den anderen Leuten! Es verpflichtet in einer gewissen Weise nun schon einmal das Mitgliedsein in der Anthroposophischen Gesellschaft.